Heitere Gedichte und Wortspielereien: einprägsam und beflügelnd. Hier eine Auswahl neuerer und älterer Texte - teilweise vom nationalen Dichterwettstreit 2003, "Deutschland sucht den Spitzendichter":
Max und Moritz (Wilhelm Busch)
Abendstern (Petra Schachtschabel)
Der Krach (Michael Schwarzmaier)
Tod eines Insekts (Swantje Krause)
Gereimtes, Wortspiele, "Zungenbrecher", Rätsel
Max und Moritz (Wilhelm Busch)
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Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,

Welche Max und Moritz hießen,
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit!
Menschen necken, Tiere quälen!
Äpfel, Birnen, Zwetschen stehlen
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in Kirche oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.
Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
Wie es Max und Moritz ging.
Drum ist hier, was sie getrieben,
Abgemalt und aufgeschrieben.
Weiter unter: http://www.fln.vcu.edu/mm/mm-vor.html
Abendstern (Petra Schachtschabel)
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Max K., der selten Post erhält,
ein Brief erreicht, was ihm gefällt.
Schon liest er Wort für Wort behände:
,Familienfest am Wochenende'.
Die Freude aber ist getrübt,
wie stets hat er nichts eingeübt.
So ist es schon seit Jahren Sitte,
beim Treffen in Familiens Mitte,
dass jeder, der was auf sich hält,
was Kleines vorführt, das gefällt.
Der eine spielt auf seiner Geige,
ein andrer - ebenfalls nicht feige
tanzt vor ein Stückchen vom Ballett.
Ein Dritter bietet Kabarett.
Auch muntres Blasen auf dem Kamm
trägt bei zum fröhlichen Programm,
nebst Chorgesang von laut bis leise.
Und jeder Gast auf diese Weise
heut nicht nur Speis und Trank verzehrt,
vielmehr auch kulturell sich nährt.
Max K. - von Muses Kuss verfehlt,
fühlt sich durch diesen Brauch gequält.
So spürt er schon des Tantchens Blick
ihn tief verachtend im Genick,
wenn er - wie bisher jedes Mal
sich tarnt und duckt, bevor die Wahl
des nächsten, der zur Bühn bestellt,
grad gar noch auf ihn selber fällt.
Doch diesmal soll es anders sein,
auch ich prob irgendetwas ein,
denkt er und überlegt sodann,
was er zum Besten geben kann:
Ein Zauberkunststück ist zu schwer,
und sportlich ist er längst nicht mehr,
ein Instrument besitzt er keins,
auch Singen ist nicht eben seins,
so richtig tanzen kann er nicht,
bleibt also bloß noch - ein Gedicht.
Mit Lyrik bisher nichts im Sinn,
fragt nach er bei der Nachbarin.
Frau Helma, welche Kunst studiert
und das Problem sogleich kapiert,
hat flugs ein altes Buch gezückt,
das schlägt sie auf und spricht beglückt:
Dies mag ich ganz besonders gern,
ein Zeilenwerk von ´Abendstern´ .
Dann trägt sie's voller Inbrunst vor,
ein Schmaus selbst fürs geübte Ohr.
Die Stimme kunstvoll variiert
bei jedem Vers, den sie passiert,
mal dumpf sie scheint, dann wieder heller,
an manchen Stellen etwas schneller,
im Wechsel zart und voller Ruh.
Begeistert hört Max K. ihr zu.
Gekonnt sie auch Akzente setzt,
so hält die Spannung bis zuletzt
und Max - erfasst vom Lyrik-Hauch
weiß bloß: so können will ich's auch.
Die Zweifel all sind nunmehr nichtig,
grad dieses Werk erscheint ihm richtig.
Wie werden da die andern staunen,
träumt er und hört schon Beifall raunen.
Jedoch der Weg ist noch sehr weit,
bis dieser Traum wird Wirklichkeit,
und unter Helmas strenger Leitung
beginnt nun seine Vorbereitung:
Den Text er schon nach kurzer Zeit
im Schlaf beherrscht voll Sicherheit.
Draufhin sie nutzen jede Stunde,
dem Werk zu gehen auf den Grunde.
Was will der Autor damit sagen?,
hört man die beiden sich nun fragen
bei jedem Wort, nach jedem Satz,
die Zeilen werd'n zum wahren Schatz.
Als selbst der letzte Strich geklärt,
Frau Helma noch Betonung lehrt,
damit die Tiefen, die erschlossen,
dann auch vom Hörer werd'n genossen.
Auch Haltung, Gesten, Atmung, Blick
probt Max mit wachsendem Geschick,
und trotz sie manchen Nerven lassen,
die Fortschritte sind kaum zu fassen.
Am Tag als Max zur Feier fährt,
weiß er, die Mühe war es wert.
Das Fest nimmt den gewohnten Gang,
es dauert gar nicht allzu lang,
da wird gesungen, froh gelacht,
manch Kunst zur Aufführung gebracht,
und unser Max ist am Sich-Fragen,
wann er sollt seinen Auftritt wagen:
Durchaus schon früh, doch bloß nicht gleich,
wohl so im mittleren Bereich.
Nach einer Stunde, die voll Bangen
für unsern Max nun ist vergangen,
und die Erregung grad mal ruht,
denkt er, jetzt wär der Zeitpunkt gut.
Nur einen lasse ich noch dran,
beschließt er eisern, aber dann...
Und als man in die Runde fragt,
wer wohl den nächsten Auftritt wagt,
stolziert zur Freude aller hier
die brave Eva zum Klavier.
Dort klimpert sie 'ne Ewigkeit
wie jedes Mal in letzter Zeit,
und die Verwandtschaft ist entzückt,
wie lieblich sie die Tasten drückt.
Dann endlich schließt sie ab ihr Stück.
Jetzt kommt der große Augenblick:
Max K. nimmt allen Mut zusammen,
steht auf, beginnt sich vorzurammen.
Sein Herz - ein einziges Gepoch
als Eva ruft: Eins hab ich noch!
Als Bonus spräche ich noch gern
ein Zeilenwerk von Abendstern ...
Max K. bleibt wie versteinert stehn.
Fast vorne schon, muss er nun sehn,
wie sie bekannte Worte spricht:
Aus ihrem Mund nun sein Gedicht.
Gelähmt durch einen kalten Schauer
aus Wut, Enttäuschung, tiefer Trauer,
steht er verzweifelt und betrachtet,
wie sie das Werk zusammenschmachtet.
Der Ausdruck kaum zum Inhalt passt,
vom Sinn hat sie wohl nichts erfasst.
Mit jedem Vers steigt seine Wut,
er kann es tausendmal so gut.
Am Ende liest sie gar bloß ab,
verspricht sich trotzdem nicht zu knapp...
Der Beifall aber ist enorm:
Ach, ist sie wieder mal in Form!
Und welch ein herrliches Gedicht,
so passend, heut grad, findst du nicht.
Und während man noch Lobe säht,
das Tantchen unsern Max erspäht
und zischt zu ihm mit spitzer Zunge:
Da, nimm dir mal ein Beispiel, Junge!
An den Mond ( Maik Altenburg)
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Alter Mond, du trübe Leuchte,
zieh' nicht deine Stirne kraus.
Grienst du, weil ich mich befeuchte,
schraub' ich dir die Birne raus.
Kriegst im Brunnen eine Taufe.
(Ich bin groß und greife dich.)
Denn ich wachse, wenn ich saufe
und heut' abend saufe ich.
Der Krach (Michael Schwarzmaier)
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hatten einen Riesenkrach,
da Bach Hölderlin gebeten,
einen Knödelteig zu kneten...
Hölderlin nun seinerseits
fand die Sache ohne Reiz.
Darauf Goethe: "Hölderlin-
tu Er's doch, das adelt Ihn,
da Er auch der Jüngste ist
und zudem am meisten frisst..!"
Hölderlin, drob sehr empört,
fand den Anwurf unerhört.
"Lass doch dieses IHN und ER,
so spricht heut doch niemand mehr!
Und was heißt denn JUNG und ALT?
Demnach ist Freund Bach längst kalt - - -
wer von uns wär noch am Leben?
Denn den Löffel abgegeben
hast auch du, o Dichterfürst,
wenn du auch fast neunzig wirst!"
"Muss denn solches Streiten sein?"
mischte hierauf Bach sich ein,
"wollt Euch nicht zu nahe treten,
kann den Teig auch selber kneten..!"
Sprach's und schlurfte in die Küche,
in den Quell der Wohlgerüche.
Goethe, der gut reden kann,
winkte Hölderlin heran.
"Lass die graue Theorie,
grüner Freund, sonst lernst du's nie-
denn wir sind für dies Gedicht
(was in allem für uns spricht)
hier vereint auf diesem Blatte;
wenn man auch vergessen hatte,
uns zu fragen - Reverenz
ist's vor uns'rer Prominenz!
So. Da denk mal drüber nach!
Jetzt geh hin, und hilf dem Bach!"
Hölderlin, vor Staunen stumm,
ging und tat es. Gar nicht dumm...
Tod eines Insekts (Swantje Krause)
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Es weht ein Wind.
Es bebt ein Baum.
Und eine Mück surrt durch den Raum.
Da kracht ein Blitz!
Es fällt der Baum!
Und durch die Mücke surrt der Raum.
Eine Frage der Gesetzeskunde
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Das BGB ist hierzuland'
als Rechtsgrundlage wohlbekannt.
Es heißt, man hat in Schadensfällen
der Zustand wiederherzustellen,
der vor begang'ner Missetat
ganz zweifelsfrei bestanden hat.
Ein Radfahrer, der's eilig hat,
fährt mit dem Fahrrad in die Stadt.
Er achtet nicht des Weg's genau
und rammt deswegen eine Frau, die in dem Zustand sich befindet,
der Hoffnung auf ein Kind begründet.
Jedoch der Aufprall und der Schreck
nehmen ihr die Hoffnung weg!
Hat nun, so lautet meine Frage,
der Radfahrer im Fall der Klage,
den Zustand wiederherzustellen,
der vor begang'ner Missetat
ganz zweifelsfrei bestanden hat ...?
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"Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft"
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Wenn Schnecken an Schnecken lecken,
erschrecken die Schnecken, denn zum Schrecken
aller Schnecken schmecken Schnecken
Schnecken nicht.
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"Wo geht's denn hier bei Aldi?"
" Zu Aldi!"
"Was denn, schon nach Sieben?"
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"Englisch ist komisch! Zu "a" sagen sie "e", zu "e" sagen sie "i", zu "i" sagen sie ei , zu Ei sagen sie egg , zu Eck sagen sie Corner und koana heißt nobody ."
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"Wo wohnt die Katze? Im Miezhaus!"
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"Was heißt Schwimmbad auf Arabisch?"
"Challa-baad."
"Und Freibad?"
"Challa-baad ohnedach!"
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"Wenn Albert albert, ruht Ruth. Wenn Albert ruht, albert Ruth."


